Dread Disease für Unternehmer: Versicherungssumme für Kredit, Fixkosten und Vertretung richtig planen
Eine schwere Erkrankung trifft Unternehmer häufig auf zwei Ebenen. Einerseits entstehen private finanzielle Belastungen. Andererseits kann der Betrieb Aufträge verlieren, obwohl Mieten, Leasingraten, Gehälter und Darlehen weiterlaufen. Eine Dread-Disease-Versicherung kann in diesem Fall eine vereinbarte Kapitalleistung bereitstellen.
Allerdings hilft eine hohe Versicherungssumme nur dann, wenn sie zum tatsächlichen Bedarf passt. Eine pauschale Summe von 100.000 Euro kann für einen kleinen Beratungsbetrieb ausreichend sein. Für ein Unternehmen mit hohen Kreditraten, Personal und teuren Maschinen könnte derselbe Betrag dagegen zu niedrig sein. Die Versicherungssumme sollte deshalb nicht nach dem Jahresumsatz, sondern nach konkreten finanziellen Verpflichtungen berechnet werden.

Was die Dread-Disease-Leistung auslöst
Eine Dread-Disease-Versicherung leistet nicht allein deshalb, weil Sie Ihren Betrieb vorübergehend nicht führen können. Maßgeblich ist vielmehr, ob eine im Vertrag versicherte Krankheit nach den festgelegten medizinischen Kriterien diagnostiziert wurde. Daher unterscheiden sich die Auslöser deutlich von einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die Kapitalleistung ist grundsätzlich nicht an einzelne Rechnungen gebunden. Sie kann beispielsweise für Betriebskosten, eine Vertretung, private Ausgaben oder die Rückzahlung eines Kredits eingesetzt werden. Dennoch sollten Sie die genaue Krankheitsdefinition, mögliche Wartezeiten und eventuelle Überlebensfristen prüfen. Der Vergleich von Dread-Disease-Tarifen sollte daher nicht nur den Beitrag, sondern vor allem die Bedingungen einbeziehen.
Die vier Bausteine einer sinnvollen Versicherungssumme
Beginnen Sie mit Ihren privaten Fixkosten. Dazu gehören Wohnen, Lebenshaltung, Krankenversicherung, Altersvorsorge und private Kreditraten. Legen Sie fest, wie viele Monate Sie diese Ausgaben ohne laufendes Unternehmereinkommen finanzieren möchten.
Danach betrachten Sie die betrieblichen Fixkosten. Miete, Software, Leasing, Energie, Versicherungen und Grundgehälter fallen häufig auch bei sinkendem Umsatz an. Im nächsten Schritt kalkulieren Sie die Kosten einer Vertretung. Gerade bei Praxisinhabern, Handwerksbetrieben und spezialisierten Dienstleistern kann eine qualifizierte Ersatzkraft teuer sein.
Zuletzt berücksichtigen Sie Darlehen und mögliche Einmalkosten. Banken können trotz einer Erkrankung weiterhin die vereinbarten Raten verlangen. Zusätzlich können Kosten für eine Übergabe, externe Beratung oder die Umstrukturierung des Betriebs entstehen.
Berechnungsbeispiel für einen kleinen Betrieb
Verfügt das Unternehmen in diesem Beispiel über frei verfügbare Rücklagen von 70.000 Euro, verbleibt rechnerisch ein ungedeckter Bedarf von 180.000 Euro. Zusätzlich kann ein Sicherheitspuffer eingeplant werden. Die endgültige Summe hängt jedoch davon ab, wie belastbar die Rücklagen sind und ob sie tatsächlich für einen Krankheitsfall reserviert werden können.
Persönlicher Schutz oder Keyman-Lösung?
Bei einem Einzelunternehmer steht häufig die private Absicherung im Vordergrund. Anders kann es bei einer GmbH, Praxisgemeinschaft oder einem Betrieb mit mehreren Gesellschaftern aussehen. Dort kann das Unternehmen selbst ein finanzielles Interesse daran haben, den Ausfall einer Schlüsselperson abzusichern.
Eine solche Lösung wird häufig als Keyman-Versicherung für wichtige Unternehmenspersonen bezeichnet. Dabei müssen Versicherungsnehmer, versicherte Person, Bezugsberechtigung sowie steuerliche und rechtliche Folgen sauber gestaltet werden. Diese Fragen sollten vor dem Antrag geklärt werden.
Welche Zeiträume sollten Sie absichern?
Eine Versicherungssumme für lediglich drei Monate greift bei einer langwierigen Krebstherapie oder Rehabilitation möglicherweise zu kurz. Gleichzeitig verteuert ein sehr hoher Bedarf den Versicherungsschutz. Deshalb empfiehlt sich eine Szenarioplanung mit mindestens drei Zeiträumen: sechs, zwölf und 18 Monate.
Überlegen Sie außerdem, wie schnell eine Vertretung gefunden werden kann. Ein kaufmännischer Geschäftsführer lässt sich möglicherweise schneller ersetzen als ein hoch spezialisierter Arzt oder Ingenieur. Ebenso sollte geprüft werden, ob Kundenbeziehungen stark an Ihre Person gebunden sind.
Diese Tarifmerkmale gehören in den Vergleich
Die reine Anzahl versicherter Krankheiten reicht als Auswahlkriterium nicht aus. Wichtiger sind die genauen Definitionen, Teilleistungen, Ausschlüsse, Wartezeiten und mögliche Leistungen bei einem zweiten Krankheitsereignis. Die Hinweise zur Anbieterauswahl bei Dread-Disease-Policen helfen bei der Strukturierung.
Prüfen Sie darüber hinaus, ob eine Dynamik vorgesehen ist. Eine heute ausreichende Kapitalleistung kann durch steigende Personalkosten und höhere betriebliche Ausgaben später an Wirkung verlieren. Zudem sollten Sie die Dread-Disease-Lösung nicht mit einer monatlichen Einkommensabsicherung verwechseln. Die Unterschiede zwischen Dread Disease und BU zeigen, warum beide Produkte unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Fazit: Die richtige Summe entsteht aus Ihrem Notfallplan
Unternehmer sollten die Versicherungssumme nicht aus dem Bauch heraus wählen. Entscheidend ist die Summe aus privaten Fixkosten, betrieblichen Verpflichtungen, Vertretungskosten und Krediten – abzüglich wirklich verfügbarer Rücklagen.
Erstellen Sie zunächst einen Liquiditätsplan für mehrere Ausfallzeiten. Vergleichen Sie danach die Krankheitsdefinitionen und Leistungsbedingungen. Über den Dread-Disease-Schutz für Selbstständige und Unternehmer sowie den Tarifvergleich für schwere Krankheiten können Sie den berechneten Bedarf mit passenden Angeboten verbinden.
